Schachunion I ist gerettet!


Schach: Regionalliga Südost

Hart erkämpfter 4,5 zu 3,5 Sieg im Abstiegsduell beim SK Germering

Ebersberg – Gerettet, Ende gut, alles gut: Der Regionalliga-Aufsteiger Schachunion Ebersberg-Grafing hat in der 9. und damit letzten Runde der Regionalliga Südost in einem dramatischen Schicksalskampf um den Klassenerhalt den nach 8 Runden punktgleichen Konkurrenten SK Germering mit 4,5:3,5 bezwungen.

Die Tabellensituation war spannend wie selten, aber immerhin hatte die Schachunion die Rettung selbst in der Hand, da sie in den letzten zwei Runden auf die anderen beiden abstiegsgefährdeten Teams traf. In Runde 8 gelang mit einem Sieg das Comeback gegen den SK Gräfelfing, endgültig vertrieben wurde das Abstiegsgespenst nun in Germering.

An den acht Brettern schafften es zwei Schachunion-Spieler, den vollen Punkt zu holen, und zwar an 1 und 3 Ulrich Zenker und Georg Schweiger, fünf Spieler remisierten (Christian Peter, Christian Graf, Arthur Gil, Christian Krause, Johannes Einzinger) und nur einer verlor ( Arpad Guzsvany an 2).

Angesichts der Tabellenlage war der nervliche Druck auf beiden Seiten enorm, an allen Brettern wurde lange und erbittert gekämpft, es gab kein einziges schnelles Remis.

Die erste Punkteteilung erfolgte nach kompliziertem, zweischneidigen Mittelspiel an Brett 4 bei Christian Peter, anschließend wickelte Christian Graf an Brett 5 in einer unklaren, dynamischen Stellung in ein Remis ab.

Mannschaftsführer Georg Schweiger wollte an Brett 3 unbedingt gewinnen und griff deshalb zu einer ungewöhnlichen Variante gegen die Sizilianische Verteidigung seines Gegners FIDE-Meister Joachim Olbrich. Nach einem zu optimistischen Fehlzug geriet dessen Dame in große Gefahr, Schweiger erlangte dadurch klaren Vorteil und nach knapp vier Stunden den Partiegewinn.

Leider war in der Zwischenzeit die Lage bei Arpad Guzsvany an 2 immer schwieriger geworden, gegen den finalen Mattangriff konnte er keine Verteidigung mehr finden.

Mit einer erneut grandiosen Leistung setzte FIDE-Meister Ulrich Zenker am Spitzenbrett seinen Gegner von Anfang an mit präzisem Positionsspiel unter Druck, der Partieverlauf wurde zur Einbahnstraße. Technisch sauber fuhr Zenker den verdienten vollen Punkt ein.

Was jedoch an den letzten drei Brettern sich entwickelte war an Spannung nicht mehr zu überbieten: jedes Team hatte noch die Chance das Match zu gewinnen.

Dann schien sich die Katastrophe anzubahnen: Johannes Einzinger an 8 stellte in überlegener Stellung eine Figur ein, Christian Krause an 7 hatte vorher schon einen Bauern verloren und Arthur Gil an Brett 6 kämpfte mit einer Figur weniger bei nur geringer Kompensation: In dieser prekären Gefahrensituation zeigten alle drei Schachunion-Spieler Nervenstärke, enormen Kampfgeist und stellten ihre Gegner immer wieder vor neue technische Probleme. Routinier Krause hielt sein Endspiel mit Minusbauer souverän unentschieden und es stand deshalb 3,5:2,5 für die Schachunion.

Das Glück des Tüchtigen hatte Einzinger an 8, der in an sich klar verlorener Position immer neue taktische Drohungen aufstellte, bis sich sein Gegner mit einem groben Fehler, der die Mehrfigur wieder kostete, revanchierte. Remis und damit Zwischenstand 4:3 für die Schachunion.

Als Zuschauer kaum auszuhalten und absolut nichts für schwache Nerven war der Krimi an Brett 6 bei Arthur Gil. Mit aktivem, erfindungsreichem Spiel konnte er sich in ein Turmendspiel retten, in dem sein Gegner mit Turm und zwei Bauern gegen Turm und einen Bauern lange verzweifelt zu gewinnen versuchte. Gil hielt stand mit konsequenter Verteidigung und schaffte das zum Gesamtsieg nötige Remis.

Für alle diese erkämpften Unentschieden gilt: Ein Triumph der Nervenstärke und des Kampfgeistes, gepaart mit dem nötigen Quäntchen Glück!

Aber: So viel Spannung im Abstiegskampf muss wahrlich nicht jede Saison sein !

Georg Schweiger

 

Endtabelle der Regionalliga Süd-Ost:

https://www.ligamanager.schachbund-bayern.de/bsb/ergebnisse/spielplan.htm?ligaId=1250

 

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