Glossar


Abzugsschach

Ein taktisches Motiv, das zumeist angewendet wird, um gegnerisches Material zu erobern. Das gefährliche am Abzugsschach besteht darin, dass die abziehende Figur auf ein beliebiges Feld ziehen kann, ohne geschlagen werden zu können, da gleichzeitig eine andere Figur, zumeist Turm oder Dame, das Schachgebot bietet.

Acht-Damen-Problem

Beliebtes Rätsel, die Aufgabe besteht darin, acht Damen auf ein Schachbrett zu platzieren, sodass sie sich nicht gegenseitig decken. Lösungsvorschläge bitte im Gästebuch eintragen beziehungsweise im Forum diskutieren.

Algebraische Notation

Beim Notieren der Schachzüge wird zumeist die algebraische Notation verwendet. Die 64 Felder des Schachbrettes werden mit einer Kombination aus Linie (a,b,c,d,e,f,g,h) und Reihe (1,2,3,4,5,6,7,8) beschriftet. Die weißen Figuren starten in der Ausgangsstellung auf der ersten und zweiten Reihe, die schwarzen entsprechend auf der siebten und achten Reihe. 1.e2-e4 e7-e5 bedeutet, dass Weiß mit dem Doppelschritt des Königsbauern eröffnet, worauf Schwarz ebenfalls seinen Königsbauern um zwei Felder nach vorne zieht. Eine abkürzende Schreibweise dafür ist 1.e4 e5; Spielt Weiß im zweiten Zug den Springer von g1 nach f3, so wird dies mit 2. Sg1-f3 notiert, oder abgekürzt mit 2. Sf3; Die Abkürzungen der Figuren lauten König: Startfeld e1/e8; Dame: d1/d8; Turm: a1,h1/a8,h8; Läufer: c1,f1/c8,f8; Springer: b1,g1/b8,g8. Die Bauern starten in der zweiten und siebten Reihe und bekommen keinen abkürzenden Buchstaben. 2. … Sc6 3.d4; Im Schlagfall wird ein x notiert: 3. … exd4: Der schwarze e-Bauer schlägt also seinen Kompagnon auf d4. Sollte es zu einem Schachgebot kommen, wird ein + hinter dem entsprechenden Zug notiert, ein Mattgebot wird mit einem Doppelkreuz nach dem Zug gekennzeichnet: #.

Bad Aibling

Das Turnier um den Silberpokal der Stadt Bad Aibling lockt jeden August bis zu 300 Spieler in die Kurstadt. Auch Spieler der Schachunion Ebersberg beteiligen sich regelmäßig beim beliebten Turnier in der benachbarten Stadt. Der SK Bad Aibling richtet übrigens jeden ersten Dienstag im Monat ein offenes Blitzturnier im Kurhaus aus.

Berührt-geführt

„Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten“ beziehungsweise bedeutet das Berühren einer Figur die Verpflichtung, mit dieser, falls möglich, auch zu ziehen. Dies gilt auch für gegnerische Figuren, falls diese geschlagen werden kann. Will man Figuren nur zurechtrücken, muss vor dem Berühren „J’adoube“ (frz. „ich rücke zurecht“) gesagt werden.

Blitz

Blitzpartien kennzeichnen sich durch die geringe Bedenkzeit von üblicherweise fünf Minuten pro Spieler. Die Schachunion Ebersberg-Grafing veranstaltet traditionell zwei große Blitzturniere pro Jahr, das Sommerblitzturnier am letzten Donnerstag vor den Schulferien und das Weihnachtsblitzturnier am letzten Donnerstag vor Weihnachten. Gäste von anderen Vereinen und vereinslose Spieler sind dabei immer herzlich willkommen.

Bronstein-Modus

Nach dem berühmten russischen Großmeister David Bronstein benannter Bedenkzeitregelungsmechanismus. Nach jedem Zug erhält ein Spieler einen vorher festgelegten Bonus an Zeitgutschrift. Dies hat den Vorteil, daß technisch klar gewonne Stellungen im allgemeinen nicht aufgrund Zeitüberschreitung verloren werden. Dies erfordert das Vorhandensein digitaler Schachuhren.

Bullet

Bullet ist eine Steigerung des Blitzschachs und bezeichnet Spiele, bei denen die Bedenkzeit pro Spieler weniger als drei Minuten beträgt, diese Form des Schachspiels wird hauptsächlich im Internet praktiziert.

Chess 960

Beim Chess 960, früher auch als Fischer-Schach bezeichnet, wird die Aufstellung der Figuren auf der Grundreihe ausgelost. Dabei müssen lediglich die Läufer auf unterschiedlichen Farben landen. Da es 960 verschiedene Ausgangsstellungen gibt, wurde für diese Spielart der Name Chess 960 gewählt.

Digitale Schachuhren

Digitale Schachuhren bieten den Benutzern gegenüber analogen Uhren einige wesentliche Vorteile. Zum einen kann die Restbedenkzeit auf die Sekunde genau abgelesen werden, was vor allem beim Blitzen sehr bedeutsam sein kann. Zum anderen ermöglicht sie neue Spielarten wie Bronsteinmodus oder Eieruhr. Die Schachunion verfügt seit etwa sechs Jahren über digitale Uhren. Bei Mannschaftskämpfen ist darauf zu achten, dass digitale und analoge Uhren nicht vermischt verwendet werden dürfen.

Doppelschach

Ein sehr gefährliches taktisches Motiv. Es entsteht bei einem Abzugsschach, bei dem die abziehende Figur Schach bietet und gleichzeitig einer hinter ihr postierten Schwerfigur eine Linie öffnet, in der der gegnerische König steht.

Doppelter Zugzwang

Eine kuriose Stellung, die sich dadurch kennzeichnet, dass der am Zug befindliche Spieler verliert. Beispiel: Weiß Kd5 Bauer e4 Schwarz Kf4 Bauer e5. Der Spieler, der sich am Zug befindet, muss die Deckung seines Bauerns aufgeben und kann in der Folge den Verlust nicht vermeiden.

DWZ

Deutsche Wertungszahl, ein Maß für die Spielstärke eines Spielers. Allerdings unterliegt jeder Spieler natürlichen Schwankungen und gerade bei Jugendlichen ist die Spielstärke oftmals wesentlich höher als die Wertungszahl es erwarten ließe.

ELO-Zahlen

Ein nach dem ungarisch-amerikanischen Statistiker Arpad Elo benanntes System, die Spielstärke von Schachspielern in Zahlen auszudrücken. In den nationalen Verbänden gibt es ähnliche Methoden, in Deutschland die DWZ (Deutsche Wertungszahl). Alle Spieler, die an offiziellen Turnieren teilnehmen, erhalten nach einer gewissen Anzahl von Partien eine eigene Wertungszahl, sie können die DWZ der Ebersberger Spieler unter Verein, Wertungszahlen (DWZ) online abrufen.

En passant

Das Schlagen eines Bauern im Vorübergehen (frz. en passant) bezeichnet eine Ausnahmesituation, bei der ein Bauer geschlagen werden darf, der gerade mit einem Doppelschritt unmittelbar neben einen eigenen Bauern gezogen hat. Beispiel: weißer Bauer auf d5, Schwarz zieht e7-e5. Jetzt sofort, aber nicht später, darf Weiß dxe6 e.p. oder i.V. ziehen. Sinn dieser Regelung besteht darin, dass die „natürliche“ Zugweise des Bauern ein Schritt nach vorne ist, und in diesem Fall geschlagen werden könnte. Somit kann ein Bauer sich nicht des Schlagens entziehen, in dem er zwei Felder an einem gegnerischen vorbeizieht.

Ersticktes Matt

Ein sehr schönes Mattbild, das durchaus auch ein Motiv in tatsächlichen Partien darstellen kann. Durch Damenopfer erzwingt die angreifende Partei den gegnerischen König zumeist im Eckfeld, sich vollkommen einschnüren zu lassen, und ein Springer gibt das finale Mattgebot. Beispiel: Weiß: Kg1 Df3 Se5 Bauern f2 g2 h2 Schwarz: Kg8 Ta8 a4 Bauern a2 g7 h7. Schwarz am Zug würde durch 1. … a1 (Dame) gewinnen und diese Drohung ist mit normalen Mitteln nicht mehr zu entschärfen. Das nahe liegende 1.Df7+ scheitert kläglich, da es nach 1. … Kh8 kein weiteres sinnvolles Schachgebot gibt und Weiß daher verlieren müsste. Also 1. Dd5+!! (1… Kf8 würde mit Df7# beantwortet werden) 1. … Kh8 2.Sf7+ Kg8 3.Sh6++ Doppelschach! Ein äußerst gefährliches Motiv, da ein Doppelschach immer mit einem Königszug beantwortet werden muss! 3. … Kh8 4.Dg8+!! Die Pointe! 4. … Txg8 5.Sf7#

Evans-Gambit

Excelsiormarsch

Der Excelsiormarsch tritt in echten Partien sehr selten auf, er bezeichnet den Weg eines Bauerns von seinem Ausgangsfeld in fünf direkt aufeinanderfolgenden Zügen zu einer neuen Dame. Je mehr Figuren der Gegenpartei noch am Brett vorhanden sind, umso heldenhafter ist der Excelsiormarsch.

Fernschach

Fernschachpartien (bzw. Turniere) laufen oft über mehrere Jahre, gerade in der Vergangenheit, als die Wege der Postkarten noch lange Zeit in Anspruch nahmen. Durch das Aufkommen der starken Computerprogramme hat für viele Fernschachfreunde der Reiz nachgelassen, obwohl die Erfahrung zeigt, dass ein blindes Vertrauen in die vom Computer vorgeschlagenen Züge oftmals gründlich in die Hose gehen kann. Die bekanntesten Fernschachspieler aus dem Kreis Ebersberg sind wohl der ehemalige deutsche Meister Christian Graf und der Internationale Schiedsrichter Christian Krause (beide Schachunion Ebersberg-Grafing).

Fianchetto

Als Fianchetto wird die Aufstellung eines Läufers auf den Feldern b2 (b7) oder g2 (g7) bezeichnet, im Normalfall befinden sich drei Bauern rund um den fianchettierten Läufer zum Beispiel (a2-b3-c2). Diese Aufstellung sorgt üblicherweise für eine recht hohe Sicherheit, falls der König dorthin rochiert, und solange der Läufer nicht abgetauscht wird, weil sonst im Gegenteil ein ganzer Komplex von Feldern schwach werden kann.

FIDE

Federation Internationale d`Echecs. Weltschachverband, verantwortlich für die Austragung von Weltmeisterschaften und Olympiaden, sowie die ELO-Zahlen. Derzeitiger Präsident: Kirsan Iljumschinow (Kalmückien)

Freibauer

Ein Freibauer ist ein potentieller Kandidat für die Umwandlung in eine neue Dame, ihm stehen keine gegnerischen Bauern mehr im Wege in Richtung der gegnerischen Grundreihe. Besonders gute Freibauern sind gedeckte (von eigenen Bauern) und entfernte Freibauern. Im reinen Bauernendspiel muss der gegnerische König im Quadrat eines Freibauerns bleiben, um eine direkte Umwandlung verhindern zu können (s. Quadratregel).

Fritz-Variante

Die aus der Preussischen Variante aus dem Zweispringerspiel im Nachzug entstehende Variante nach den Zügen 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4. Sg5 d5 5. exd5 Sxd4 wurde von Alexander Fritz (also nicht vom bekannten Computerprogramm) analysiert, um Carl Schlechter im Kampf um die Weltmeisterschaft anfang des 20. Jahrhunderts zu unterstützen.

Gambit

Bezeichnet eine Spielweise, die unter Aufopferung eines Bauerns bereits im Eröffnungsstadium ein aktives Figurenspiel herbeiführen soll. Es lassen sich theoretisch anerkannte wie das Damengambit (1.d4 d5 2.c4) von eher zweifelhaften wie das Morragambit (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.c3?!) in der Sizilianischen Eröffnung unterscheiden.

Goldmünzen

Welcher Schachspieler träumt nicht davon, nach einem „goldenen“ Zug von den Zuschauern mit Goldmünzen beschenkt zu werden. Angeblich ist dies geschehen, nachdem der Amerikaner Frank Marschall 1912 in Breslau gegen Levitzky seine Dame im 23. Zug auf ein Feld gestellt hatte, wo sie von zwei Bauern hätte geschlagen werden können. Da aber beide Züge zum klaren Verlust geführt hätten, gilt dieser Zug als einer der schönsten in der Schachgeschichte.

Großenseebach

In der mittelfränkischen Kleinstadt findet jedes Jahr meist Anfang Juni ein sehr schönes Open statt. Der örtliche Verein FSV Großenseebach spielt derzeit in der Regionalliga Nordost und ist bekannt für seine gute Jugendarbeit. 2007 nahmen erstmals Spieler der Schachunion an diesem empfehlenswerten Turnier teil.

Italienische Eröffnung

Die einleitenden Züge der italienischen Eröffnung lauten: 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4; Weiß greift also umgehend den schwächsten Bauern im schwarzen Lager an, den Bauern f7, der in der Ausgangsstellung nur vom König gedeckt ist. Der Name rührt vom Italiener Greco, der Stellungen nach dieser Zugfolge bereits im 16. Jahrhundert analysiert hatte.

Kaffeehaus

Um die Jahrhundertwende des 19./20. Jhdt. erlebte die Schachwelt einen großen Boom in den Kaffeehäusern der europäischen Metropolen, vor allem in Wien. Heutzutage versteht man allerdings unter einem Kaffeehausstil ein positionell nicht ausreichend begründetes Spiel, das auf Fallen und taktischen Verwicklungen beruht.

Kurzpartien

Partien, die vor dem 20. Zug entschieden sind (ausgenommen Kurzremisen), werden fast immer durch einen groben Schnitzer entschieden. Die kürzest mögliche Partie lautet: 1. g2-g4 ? (Einer der wenigen wirklich schwachen Eröffnungszüge) … e7-e6(5) es spielt keine Rolle, ob der Bauer ein Feld oder zwei Felder zieht 2. f2-f3(4) ?? Die zwei schlechtest möglichen Züge überhaupt … Dd8-h4 #: das Narrenmatt.

Mansube

Als Mansube bezeichnete man Schachprobleme im arabischen Schachspiel, einer Vorform des heutigen Schachs. Es sind etwa 500 Exemplare überliefert. Das heute noch bekannte „Matt der Dilaram“ ist das bekannteste Beispiel einer Mansube. Es stammt von Abu-Bakr As-Suli, findet sich in einer alten Stambuler Handschrift und wird vor 946 datiert. Dilaram war, der Rahmenerzählung nach, die Lieblingsfrau eines Sultans, der als leidenschaftlicher Schachspieler sogar um sie spielte und drauf und dran war, sie als Weißer zu verlieren, als sie ausrief: „Opfere deine Türme und rette dein Weib!“

Matt

Das klassische Ende einer Schachpartie. Ein König steht im Schachgebot und hat kein Feld zum Ausweichen, es kann zudem keine Figur zwischen dem König und der schachbietenden Figur gestellt werden und die schachbietende Figur kann nicht geschlagen werden.

Mau-Mau

Zur eindeutigen und endgültigen Klarstellung: Vor dem entscheidenden Zug, der den Gegner mattsetzt, muss nicht „Mau-Mau“ gesagt werden.

Narrenmatt

Das schnellstmögliche Mattbild kann Schwarz bereits im zweiten Zug erreichen! Allerdings bedarf es kräftiger weißer Mithilfe, um das Narrenmatt zu bewerkstelligen. Die Zugfolge lautet: 1.f4 e6 2.g4 (oder g3)?? Dh4#. Beim Vormarsch der f- und g-Bauern sollte man das Mattbild aber auch in späteren Stellungen immer bedenken, so lange der König noch nicht rochiert hat, denn Opfer des Narrenmatts möchte niemand gerne werden.

Patt

Eine Patt-Situation kennzeichnet sich durch die vollkommene Bewegungsunfähigkeit eines Spielers, der jedoch keinem Schachgebot ausgesetzt ist. Die Partie endet Remis. Fast einem jeden Anfänger ist bereits das Malheur unterlaufen, mit riesigem Materialvorteil den gegnerischen König patt zu setzen, allerdings gibt es auch Pattkombinationen, die einem Spieler in unterlegener Stellung es erlauben, noch einen halben Punkt zu retten.

Quadratregel

Im reinen Bauernendspiel (nur noch die Könige und Bauern auf dem Brett) spielt die Quadratregel eine wichtige Rolle. Ein weißer Freibauer auf h5 bindet den schwarzen König in das Quadrat der Felder h5-h8-e8-e5. Sollte der schwarze König dieses verlassen, kann der Bauer h5 nicht mehr eingeholt werden.

Räuberschach

In dieser Spezialform des Schachspiels geht es darum, als erster Spieler alle eigenen Figuren loszuwerden. Es besteht Schlagpflicht und der König gilt als normale Figur, die auch geschlagen werden kann.

Regionalliga

Die erste Mannschaft der SU Ebersberg-Grafing tritt in der Saison 2013/14 erneut in der Regionalliga Süd-Ost an. In Bayern gibt es vier Regionalligen, die Aufsteiger rücken in die Landesliga hoch, während es für die Absteiger in die Bezirksligen zurück geht.

Remis

Als Remis wird der unentschiedene Ausgang einer Schachpartie bezeichnet. Ein Remis kann von beiden Spieler während einer laufenden Partie stets vereinbart werden. Andere Möglichkeiten der Punkteteilung: Dauerschach, dreimalige Stellungswiederholung, Patt, nicht ausreichendes Material zum Mattsetzen, 50 Züge in Folge ohne Bauernzug oder Schlagfall, Zeitüberschreitung von beiden Spielern (dies funktioniert nur, wenn ein Spieler die Zeitüberschreitung des Gegners nicht rechtzeitig reklamiert).

Rochade

Die Rochade ist der einzige Zug, bei dem zwei Figuren gleichzeitig gezogen werden. Voraussetzung dafür ist, dass der König und der entsprechende Turm (bei der kleinen Rochade Th1/h8, bei der großen Ta1/a8) sich auf ihren Ausgangsfeldern befinden und noch keine anderen Züge ausgeführt haben. Des weiteren darf sich kein Stein zwischen K und T befinden, und der König darf nicht im Schach stehen und auch nicht über ein Feld ziehen, das von einer gegnerischen Figur bedroht wird. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so darf der König zwei Felder zur Seite ziehen, und der Turm auf das benachbarte Feld auf der anderen Seite springen. Die Rochade ist ein Königszug, deshalb muss bei ihrer Ausführung zuerst der König berührt werden. Die Notation lautet 0-0 bzw. 0-0-0.

Rubinstein

Akiba Rubinstein (1882-1961) war einer der größten Meister des Schachspiels im frühen 20. Jahrhundert. Ein Kampf um die Weltmeisterschaft blieb dem Polen aber verwährt, als er seine höchste Spielstärke erreichte kam der erste Weltkrieg, nach diesem fand er nicht mehr zu seiner besten Spielstärke zurück.

Schnellschach

Im Schnellschach (Rapid) beträgt die Bedenkzeit pro Spieler zwischen 15 min und 30 min pro Partie. Schnellschachturniere haben den Vorteil, daß sie an einem Tag gespielt werden können, die Schachunion richtet am 13.10.2007 (siehe Homepage, Schnellschachachturnier 2007) ihr drittes offenes Schnellschachturnier aus. Dank der vorhandenen Digitaluhren geschieht dies im Bronstein-Modus. Die Erstauflage 2003 gewann GM Jochen Hecht aus Fürstenfeldbruck, im vergangenen Jahr siegte IM Mikhail Umansky, ein ehemaliger Weltmeister im Fernschach.

Schäfermatt

Auf das Schäfermatt ist sicherlich fast ein jeder Anfänger schon einmal hereingefallen. Allerdings handelt es sich dabei um ein Fallenspiel und erkennt Schwarz die Gefahr, wird er ein vorteilhaftes Spiel erhalten. Die einführenden Züge sind im Normalfall: 1.e4 e5 2.Lc4 Sc6 3.Dh5? Stellt die Mattdrohung 4.Dxf7# auf, die zum Beispiel nach 3. … Sf6?? die Partie jäh beendet. Schwarz kann aber die Drohung abwehren und gleichzeitig die Dame angreifen: 3. … g6. Erneuert Weiß mit 4.Df3 die Mattdrohung, so geschieht darauf 4. … Sf6. Der Läufer f8 wird später auf g7 \“fianchettiert\“ und Schwarz hat eine sehr gesunde, wahrscheinlich überlegene Stellung, da Weiß viel Zeit (Tempi) in Damenzüge investierte, während Schwarz sinnvolle Entwicklungszüge spielte.

Seekadettenmatt

Ein wunderschönes Mattbild, das nach folgender Zugfolge mit Damenopfer in der Eröffnung entstehen kann:

Shatranj

Shatranj, gesprochen „Schatrandsch“, gilt als der iranisch-arabische Vorläufer des modernen europäischen Schachspiels und als Nachfolger des indischen Ur-Schachs Chaturanga. Bei Shatranj weisen die Gangarten der Figuren noch erhebliche Unterschiede zum modernen Schachspiel auf. Sie entsprechen mit Ausnahme des Läufers denen des Tschaturanga.In diesem Spiel ist der Turm die stärkste aller Figuren. Seine Gangart entspricht der heute noch gültigen. Den Läufern ist es nur möglich, sich genau zwei Felder weit in diagonaler Richtung zu bewegen, dabei ist ihnen allerdings das Überspringen von Figuren erlaubt. Die Dame ist noch eingeschränkter, kann sie sich doch nur ein Feld weit in diagonaler Richtung bewegen. Züge wie die Rochade, der Doppelschritt des Bauern, oder das Schlagen En passant gibt es in diesem Spiel nicht. Anstelle der Rochade darf jeder König jedoch einmal pro Partie einen Springerzug ausführen. Außerdem stehen die Dame und der König im Vergleich zum heutigen Schach auf vertauschten Plätzen. Shatranj wird auf zwei Arten gespielt: mit oder ohne Verwendung von Tabijen. Ein Schachproblem für Shatranj wird als Mansube bezeichnet.

Sprüche

„Wenn ich Weiß hab, gewinne ich, weil ich Weiß habe, wenn ich Schwarz habe, gewinne ich, weil ich Boguljobow bin.“ (Boguljobow, E.)
„Die Drohung ist stärker als die Ausführung.“ (Nimzowitsch, A.)
„Einzinger, Schnauze!!!“ (H. Uhlmann, Turnierleiter Tarrasch-Weihnachtsturnier 2000)
„Wenn sie jetzt nicht gleich ruhig sind, gibt’s ein Turnierverbot mit allem drum und dran!“ „Was heisst das genau, mit allem drum und dran?“ (sehr erregt) „Das können sie sich dann aussuchen.“ „Dann hätte ich gern ein Turnierverbot mit Wiener Schnitzel und Weißbier.“ (Turnierleiter und Eichner, M.)

Sweschnikow, Jefgeni

Russischer Großmeister, der vor allem durch seinen Zug 4. … oder 5. … e5 in der Sizilianischen Eröffnung berühmt wurde. Er gilt als bedeutender zeitgenössischer Eröffnungstheoretiker, der ein eigenes System mit Dogmen entwarf. Aus diesen entwickelte er etwas gewagte Axiome wie: 1.e4 ist der beste Zug, 1.d4 der zweitbeste. Seine Überlegungen beruhen auf der umstrittenen Annahme, es gebe in jeder Stellung einen besten Zug, da das Schachspiel mathematisch vollständig lösbar ist. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt seiner Theorien hat er mit der nach ihm benannten Eröffnung eine sehr interessante und gehaltvolle Eröffnung entwickelt, die im heutigen Spitzenschach häufig Anwendung findet.

TV Tegernsee

Die neue Schachhochburg in der Münchner Region, zumindest bis Mitte der 2000er. Beim (ehemaligen) Bundesligisten, die einige Jahre sogar zu den Top 5 der Liga zu zählen waren, spielten einige bekannte Großmeister wie Gerald Hertneck, Henrik Teske, Stefan Kindermann, Zoltan Ribli und Igor Khenkin. Unsere erste Mannschaft trat damals in der Regionalliga Süd-Ost gegen die Reserve des Bundesligisten an.

Mittlerweile, 2014, spielt die erste Mannschaft des TV Tegernsee in der gleichen Liga wie unsere Schachunion. Im Oktober 2013 gewannen wir die erste Runde mit 4,5:3,5 am Tegernsee.

Tandem

Das Tandemschach ist eine spezielle Form des Schachspiels, bei dem immer zwei Spieler ein Team bilden und geschlagene Figuren des Gegners werden dem Partner übergeben, der diese anstatt einen Zug auszuführen, auf ein beliebiges Feld einsetzen darf. Je nach Regelauslegung darf dabei sogar mit Mattgebot eingesetzt werden.

Tempogewinn

Vor allem in Endspielen kann der Tempogewinn ein entscheidendes taktisches Motiv darstellen. Ein sehr schönes Beispiel für einen entscheidenden Tempogewinn stellt Aaron Nimzowitsch in \\\“Mein System\\\“ (S.141) vor: Weiß Kh1 Tf3 Lb2 Bauern a5 b3 Schwarz: Kg7 Tf7 Lf6 Bauer a7. Nach dem offensichtlichen Generalabtausch LxL TxL TxT KxT kann Weiß nicht gewinnen, da der schwarze König gerade rechtzeitig den Damenflügel erreicht. Also muss ein Tempo gewonnen werden: 1.Txf6!! Txf6 2.b4!! Der Turm läuft nicht davon, denn er ist gefesselt. Schwarz muss einen Königszug machen, um seine Beweglichkeit wieder herzustellen. Aber genau dieser erzwungene Königszug ist der entscheidende Tempoverlust. 2. … Kf7 3.Lxf6 Kxf6. Der zweite Zug von Weiß, 2.b4 sichert den Sieg, denn nun wird der schwarze König nicht mehr rechtzeitig die Umwandlung einer der weißen Bauern in eine neue Dame verhindern können.

Unterverwandlung

Ein Bauer, der die achte/erste Reihe erreicht, verwandelt sich nicht in eine Dame, sondern in eine kleinere Figur, zum Beispiel einen Turm, weil eine neu entstehende Dame beispielsweise ein Patt verursachen würde, der Turm im Gegensatz dazu einen Gewinn ermöglicht. In seltenen Fällen muss zum Gewinn sogar in einen Springer unterverwandelt werden. Beispiel: Weiß Ke7 Sd6 c5 Bauer b7; Schwarz Kg2 Sa5. In diesem Fall würde 1.b8(D) die Springergabel Sc6+ zulassen, wonach Weiß mit zwei verbleibenden Springern das Matt nicht erzwingen kann. Der Bauer muß aber vorziehen, sonst wird er im nächsten Zug geschlagen. Nach 1.b8(S) entsteht das interessante Materialverhältnis 3S – 1S. Das Matt ist zwar nicht auf triviale Art und Weise zu erzielen und Weiß wird sicherlich sehr genau spielen müssen, dennoch ist bei dieser Konstellation ein Gewinn zu erzwingen.

Weihnachtsblitzturnier

Traditionell findet am letzten Donnerstag vor Weihnachten bei der Schachunion das beliebte Weihnachtsblitzturnier statt. Dabei wird erst Kinderpunsch während des Jugendtrainings und später Glühwein serviert. Der Sieger dieses Turniers ist neuer Blitzklubmeister der SU Ebersberg-Grafing, zudem handelt es sich zumeist um das zehnte und damit abschliessende Turnier der beliebten Serie.

Weltmeister

1886-1894 Wilhelm Steinitz (Österreich)
1894-1921 Emanuel Lasker (Deutschland)
1921-1927 Jose Raoul Capablanca (Kuba)
1927-1935 Alexander Aljechin (UdSSR)
1935-1937 Max Euwe (Niederlande)
1937-1946 Alexander Aljechin
1948-1957 Michail Botwinnik (UdSSR)
1957-1958 Wassily Smyslow (UdSSR)
1958-1960 Michail Botwinnik
1960-1961 Michail Tal (UdSSR)
1961-1963 Michail Botwinnik
1963-1969 Tigran Petrosjan (UdSSR)
1969-1972 Boris Spasski (UdSSR)
1972-1975 Bobby Fischer (USA)
1975-1985 Anatoli Karpow (UdSSR)
1985-1993 Gary Kasparow (UdSSR)
1993-1999 Anatoli Karpow
1999-2000 Alexander Khalifman (Russland)
2000-2002 Viswanathan Anand (Indien)
2002-2004 Ruslan Ponomarjow (Ukraine)
2004-2005 Rustam Kasimjanov (Usbekistan)
2005-2006 Wesselin Topalow (Bulgarien)
2006-2007 Wladimir Kramnik (Russland)
2007-2013 Viswanathan Anand
seit 2013     Magnus Carlsen (Norwegen)

Weltmeisterschaft 1886

Einen offizielen Titelkampf gab es um diese Zeit noch nicht. Spieler vor dieser Zeit, die ex-post den Titel verdient hätten, wären wohl in erster Linie Adolf Anderssen, der unter anderem durch seine unsterbliche Partie 1851 gegen Kieseritzki bekannt wurde und der Amerikaner Paul Morphy, dessen berühmteste Partie 1858 in der Oper von Paris gegen die allerdings schwachen Spieler Graf Isouard und dem Herzog von Braunschweig gespielt wurde. Nach seinem überwältigenden Sieg beim großen Internationalen Turnier in London 1883 (vor Steinitz) betrachtete sich Johannes Hermann Zukertort als Champion of the World und forderte Steinitz\‘ Führungsanspruch heraus. Die Schachwelt erwartete einen Zweikampf dieser Rivalen und bekam ihn: Durch seinen 12,5:7,5-Sieg (+10-5=5) über Zukertort im Wettkampf vom 11. Januar bis zum 29. März 1886, der in New York, St. Louis und New Orleans stattfand, gilt Wilhelm Steinitz allgemein als der 1. Schachweltmeister.

Weltmeisterschaft 1948

Durch den frühen, unerwarteten Tod Aljechins 1946 wurde der Weltmeistertitel vakant. In den Wirren der Nachkriegszeit dauerte es zwei Jahre, ehe die FIDE beschloss, in einem Turnier der damals wohl fünf stärksten Spieler der Welt, den Titel neu zu vergeben. In Den Haag trafen sich Botwinnik, Euwe, Reshewsky, Keres und Smyslow, um in fünf Runden den Sieger zu ermitteln. Botwinnik siegte mit 14 Punkten aus 20 Partien und drei Punkten Vorsprung auf Smyslow.

Zeitnot

Tritt gewöhnlich etwa ab dem 30. Zug einer Turnierpartie auf, da im allgemeinen die Regel gilt, 40 Züge innerhalb von zwei Stunden zu spielen, danach gibt es zumeist wieder eine Stunde für den Rest der Partie. Besonders unübersichtlich gestalten sich Partien, wenn sich beide beide Spieler in Zeitnot befinden. Spieler mit weniger als fünf Minuten Restbedenkzeit sind von der Notationspflicht befreit, müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, wie viele Züge sie bereits ausgeführt haben.

Zugzwang

Zugzwang liegt immer dann vor, wenn jeder mögliche Zug zum Verlust führt, andererseits der Gegner am Zug keinen Gewinn erzielen könnte. Somit wird das normalerweise wünschenswerte Zugrecht zur unerwünschten Zugpflicht. Beispiel für eine Zugzwangkombination: Weiß Kd2 Tc1 Bauer h5; Schwarz K b2 Bauern a2 g7 h6; Weiß am Zug kann nur mit dem herrlichen Anfangszug 1.Ta1!! gewinnen. Der Blockeur muss genommen werden, sonst nähert sich in der Folge der weiße König den Bauern a2, der danach verloren geht und Weiß gewinnt aufgrund hoher materieller Überlegenheit. Also 1. … Kxa1 2.Kc1 oder c2. Jetzt liegt die Zugzwangstellung vor (sie ist nicht ganz im klassischen Sinn, da Weiß auch am Zug gewinnen würde, allerdings nur mit einem Abwartezug (Kc1 bzw. c2) Nichtsdestotrotz muss nun Schwarz mit seiner einzigen beweglichen Figur, dem g-Bauern ziehen, und ebnet somit dem weißen h-Bauern den entscheidenden Durchgang auf die achte Reihe.

Zylinderschach

Zylinderschach ist eine Schachvariante des klassischen Schachs auf 8×8 Feldern, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass A-und H-Linie miteinander verbunden sind. Man stelle sich das Schachbrett als Papierrolle mit zusammengeklebten Seiten vor. Ein Springer kann also z. B. von h2 nach b3 springen.